3. April 2013

Our first visit in a project



Der erste Punkt auf unserem heutigen Programm war die country presentation. Hierfür haben die 6 verschieden Nationen (Schweden, Österreich, Frankreich, Holland, Kannada und Deutschland) jeweils ein Plakat über ihr Land vorbereitet. Viele hatten auch landestypische Süßigkeiten oder ähnliches dabei. Die FSL- Leute waren vor allem von den Kostproben sehr begeistert. Wir hatte dann noch einen Vortrag über die indische Pädagogik, sowie über indischen Lifestyle. Unser nächstes Ziel nach dem Mittag war ein Projekt in Bangalore. Dorthin fuhren wir gemeinsam – das erste Mal – mit dem Bus. Das war allerdings kein Problem, da Nagoor und Naveen mit waren uns Tickets für uns gekauft haben. Nach einer halben Stunde Fahrt liefen wir noch 10 min bis zum Projekt. Es war eine Art Schule für kleine Kinder, die direkt an einem Slum stand. Drinnen empfingen uns die Kinder mit dem größten und breitesten Lächeln, das ich jemals gesehen hab. Sie waren sehr neugierig und fragten einen nach dem Anderem nach seinem Namen. Wir setzen uns dann alle in einen Klassenraum und stellten uns nochmal vor. So taten es auch die Kinder. Zum Abschluss zeigten sie uns noch einen Tanz, den sie eingeübt hatten. Dann begaben wir uns wieder auf den Rückweg.

Im Büro angekommen war Cinema- time. Wir sahen jetzt einen 2,5 stündigen Bollywood Film, der von einem Jungen mit Dyslexie handelte. Er war relativ traurig und hatte viele Gesangseinlagen. Inzwischen war es bereits dunkel geworden und wir mussten noch zum Gasthaus zurück. Dazu kam noch, dass gerade als wir das Büro verlassen wollten, der Strom ausfiel. So haben wir auch unsere erste ‘Nachtwanderung‘ durch Bangalore überstanden.

2. April 2013

Sweets for change



Der Tag heute war – im Vergleich zu den Vorherigen – quasi mit Programm vollgepackt. Um 10 war Start im Büro und wir bekamen von Immanuel einen Vortrag über FSL India. Anschließend haben wir über unsere Erwartungen und Ängste gesprochen. Ängste wie nicht verstanden zu werden und nicht mit der Gastfamilie auszukommen konnte uns der FSL- Mitarbeiter weitgehend mit seiner humorvollen Art nehmen. Mittagessen wurde dann vom Gasthaus, welches übrigens nur für FSL- Leute ist, geliefert. Alle Büroleute aßen zusammen mit uns auf dem Dach Mittag. Nach dem Mittag bekamen wir auf dem Dach vom Büro Besuch von einer Bande Affen. Sie waren relativ friedlich, haben uns also nichts getan. Nichtsdestotrotz sagte einer von FSL: ‘Please take all your personal belongings‘ – Bitte nehmt eure persönlichen Gegenstände zu euch.

Dann bekamen wir noch ein paar Informationen zu unseren Projekten und unseren Coordinator. Das ist unsere persönliche Ansprechperson von FSL, falls irgendwas im Projekt oder in der Gastfamilie nicht stimmen sollte. Mein Coordinator ist Rubini. Nun bekamen wir noch Infos zur Documentation, sprich zu den monatlichen Berichten, die wir an FSL liefern müssen. Halb 6 begaben wir uns zurück ins Gasthaus.

Auf dem Weg dorthin hielten wir an einem der vielen medical shops und kauften uns ‘odomos‘, das hier verwendete Mittel zum Mückenschutz. Die deutschen Mittel würden hier nichts taugen, weil die Moskitos hier stärker als die deutschen Mücken sind. Der Preis hierfür betrug 39 Rupees (56 Cent), ich bezahlte mit einem 50 Rupees- Schein. Mein Wechselgeld bestand aus einem 10 Rupees- Schein und einem Bonbon, was hier sehr üblich ist. Die so zusammengekommenen Bonbons haben wir dann den Kindern im Haus gegenüber von unserem Gasthaus geschenkt.

Die letzten 2 Abende hat es übrigens mordsmäßig geregnet. Dann riecht man jedes Mal stark  den Staub in der Luft und es kühlt zumindest um ein paar Grad ab. Stromausfälle hatten wir bisher so gut wie jeden Tag. Diese sind meist aber nur für eine halbe Stunde oder sogar noch kürzer. Wenn man das weiß, kann man sich darauf einrichten. Sie stellen also kein großes Problem für uns dar.

1. April 2013

What is funny about 'Christian Singer' ?


Sonntagabend sagte Asha – die Herbergsmutter – zu mir, dass ich morgen Abend (= Montag) unbedingt mal Gitarre spielen und dazu singen müsse. Das hat natürlich eine kleine Hintergrundgeschichte.
Als wir im Gasthaus ankamen, ich mit Rucksack, Laptoptasche und Gitarre bepackt, sagte Asha zu mir ‘You must be the christian singer‘. Ich natürlich ‘Yes, I’m Christian Singer‘. Dann erst fiel uns auf, dass mein Name auf Englisch quasi christlicher Sänger bedeutet, was ich zuvor nie bemerkt hatte. Ich denke, das wird mich noch für die nächsten 11 Monate verfolgen. Jedenfalls saßen wir dann zusammen unten und haben gemeinsam für Asha gesungen, worüber sie sich sehr gefreut hat.

Our first time with a Rikscha


Laut Plan sollten wir – 7 deutsche Freiwillige, 1 Holländer, 1 Kanadier, 1 Österreicherin und 2 Französinnen – Dienstag, den 1. April gegen 10 Uhr vom Gasthaus abgeholt werden. Trotz dessen hatten wir bis um 2 noch Freizeit und wurden erst um 2 abgeholt. Mit viel Humor ist das aber alles gar kein Problem. Im FSL- Büro angekommen bekamen wir eine indische Begrüßung. Diese setze sich aus folgenden Ritualen zusammen:


  1. Tilak: der bekannte rote Punkt auf der Stirn, der mit dem Daumen nach oben abziehend an der Stelle des 3. Auges aufgetragen wird 
  2. Aarti: ein Ritual, bei dem ein kleiner, metallener und mit Öl gefüllter Behälter mit 5 Kerzen von einer Frau einmal die Runde herumgeführt wurde 
  3. Garlanding: jeder bekam eine frische Blumenkette aus ‘white jasmine‘ und ‘orange marigold‘ umgehängt

Dann hat sich jeder von uns kurz vorgestellt und wir bekamen einen Zeitplan sowie einige organisatorische Unterlagen. Anschließend tranken wir indischen Tee und aßen Kekse.
Nun liefen wir mit 2 FSL- Mitarbeitern zu einer größeren Straße von Bangalore. Dort hielten sie insgesamt 6 Rikschas an, sagten den Fahrern das Ziel (den Tempel) und fuhren jeweils 3 Personen zum Tempel. Der 3 km lange Weg kostete etwa 30 Rupien, rechnet bitte selber den Preis in € um. Die Fahrt war sehr aufregend, wir waren mitten im Verkehrschaos von Bangalore gelandet, aber alle kamen sicher am Ziel an. Das Beste an der Fahrt war der angenehm kühle Fahrtwind. Ich glaube die Rikscha wird eines meiner Lieblingsverkehrsmittel. Vor dem Tempel zogen wir alle unsere Schuhe aus. Der Tempel war einfach, aber sehr schön anzusehen. Er war dem Bullen gewidmet und demnach stand auch ein riesiger metallener Bulle in ihm. Um diesen herum war ein schmaler Gang, sodass man einmal um ihn laufen konnte. Dahinter waren ein Schrein für die Göttin Shiva und einer für Ganesha. Um den Tempel herum war ein kleiner Park. Hier saßen wir bestimmt eine halbe Stunde. In ihm waren eine Art kleine Bühne und ein Pavillon. Davor war eine Tribüne aufgebaut.
Schließlich fuhren wir mit Rikschas zum Gasthaus zurück und hatten den restlichen Tag frei. Die nächsten Einträge werden dann mit reichlich Bildern bestückt sein, bis hierhin hatte ich leider meine Kamera nicht dabei.

Bis zum nächsten Mal!

31. März 2013

Welcome to Bengaluru!


Nach 8 Stunden Flug von Frankfurt und 4,5 Stunden Zeitverschiebung waren wir an unserem ersten Ziel angekommen – Bengaluru. Um 2 in der Früh herrschten hier noch stolze 27 Grad, was wir schon im Flughafen spürten. Nachdem alle ihr Gepäck hatten und wir das Flughafengebäude verlassen hatten, wurden wir – nach einer Wartezeit von einer guten halben Stunde – abgeholt. So fuhren wir mit 3 Taxen in unser vorrübergehendes Quartier. Bereits auf der Fahrt habe ich einige Straßenhunde und sogar die ersten zwei Kühe gesehen. Gegen um 3 waren wir dann in unserer Unterkunft. Sie ist einfach, aber sauber.
Am nächsten Tag gab es reichlich Frühstück, bestehend aus einem etwas scharfen Reisgericht und einer Art Kokospudding. Standardmäßig aßen wir natürlich mit der Hand. Nach dem Frühstück haben wir uns auf unseren ersten Spaziergang begeben, die Gegend zu entdecken. Die Stadt an sich ist sehr laut und chaotisch, aber sie hat ihren eigenen Charme. Es gibt viele bunte Häuser, sehr viel Grün und überall Baustellen. In der Stadt haben wir uns Wasser gekauft und ersten Kontakt zu den städtischen Affen aufgenommen, die hier überall rumstromern. Dann waren wir noch auf einer Bank und haben Geld abgehoben. Das hat relativ problemlos geklappt. Wir saßen dann noch einige Zeit an der Bank im Schatten, bis ein Vater mit seinen 2 Töchtern und seinem Sohn zu uns kam und fragte, ob er ein Bild von seiner Tochter und uns machen könne. Wir haben natürlich nicht nein gesagt. Zum Schluss sagte er noch, sie sein auf dem Weg zum Tempel. Zurück in der Herberge haben wir der Herbergsmama und einem FSL – Mitarbeiter UNO beigebracht und ein paar Runden gespielt. Zum Mittagessen gab es dann natürlich wieder Reis mit verschiedenem Gemüse, fragt mich nicht was es war, aber es hat geschmeckt. Den Rest des Tages hatten wir auch noch Freizeit. Morgen früh werden noch ein paar Freiwillige eintreffen und wir werden im FSL – Büro sein. Das Abenteuer beginnt.


Grüße aus Indien und bis demnächst!